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Stundensatz als Freelancer berechnen (2026)

Zuletzt aktualisiert Juli 2026 · Lesezeit ca. 6 Min.

Der häufigste teure Fehler unter Selbstständigen: einen Stundensatz „aus dem Bauch“ nennen. Wer 45 € sagt, weil das nach viel klingt, arbeitet oft unter den eigenen Kosten. Dieser Ratgeber zeigt dir die saubere Formel — inklusive durchgerechnetem Beispiel.

Die Formel in einem Satz

Dein Stundensatz ergibt sich nicht aus dem, was du „verdienen willst“, sondern aus dem, was du am Jahresende brauchst — geteilt durch die Stunden, die du realistisch abrechnen kannst:

Mindest-Stundensatz = benötigter Jahresumsatz ÷ fakturierbare Stunden pro Jahr

Beide Zahlen unterschätzen die meisten. Deshalb rechnen wir sie Schritt für Schritt auf.

Schritt 1: Dein benötigter Jahresumsatz

Nicht dein Wunsch-Netto — sondern alles, was reinkommen muss, damit unterm Strich dein Zieleinkommen übrig bleibt:

Schritt 2: Deine fakturierbaren Stunden

Ein Jahr hat viel weniger abrechenbare Stunden, als man denkt. Erst die produktiven Arbeitstage:

365 Kalendertage − 104 Wochenende − ~11 Feiertage − 25 Urlaub − 5 Krankheit − 5 Weiterbildung ≈ 216 Arbeitstage × 8 h = ~1.728 h

Aber: Von diesen Stunden kannst du niemals alle abrechnen. Akquise, Angebote, Buchhaltung, E-Mails und Leerlauf fressen einen großen Teil. Realistisch sind bei vielen Freelancern nur 60–70 % fakturierbar (die restliche Zeit ist unbezahlt, aber notwendig). Genau hier verkalkulieren sich die meisten.

Faustregel: Rechne lieber konservativ mit einer Auslastung von ~65 %. Kommt am Ende mehr, ist es ein Bonus — nicht dein Existenzminimum.

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Schritt 3: Gemeinkosten & Gewinnaufschlag

Kosten, die keinem Projekt direkt zuzuordnen sind (Steuern, Abgaben, Energie, Beratung), gehören in Schritt 1 bereits mit hinein. Zum Schluss kommt der Gewinnaufschlag obendrauf — dein Sicherheitspolster und deine Marge. Üblich sind je nach Erfahrung 10–15 % für Einsteiger und 20–30 % für Erfahrene.

Rechenbeispiel

Eine Freiberuflerin will 3.000 € netto im Monat zum Leben (36.000 €/Jahr). So sieht ihre Kalkulation aus (Zahlen gerundet und illustrativ):

PositionBetrag / Jahr
Zieleinkommen (netto, zum Leben)36.000 €
+ Einkommensteuer & Vorsorge (grob)24.000 €
+ Betriebskosten8.000 €
+ Rücklagen & Puffer6.000 €
= Benötigter Jahresumsatz74.000 €

Fakturierbare Stunden: 216 Arbeitstage × 8 h = 1.728 h, davon 65 % abrechenbar ≈ 1.123 h.

74.000 € ÷ 1.123 h ≈ 66 €/h Mindest-Stundensatz  →  + 20 % Gewinn ≈ 79 €/h

Die spontane „40 € klingt fair“-Antwort hätte hier zu einem Verlustgeschäft geführt. Genau das ist der Grund, warum sich die Rechnung lohnt. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Freelancer-Stundensatz lag 2026 bei rund 103 € — dein persönlicher Wert kann aber deutlich darüber oder darunter liegen.

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Häufige Fehler

Häufige Fragen

Wie hoch sollte mein Stundensatz als Freelancer sein?

So hoch, dass benötigter Jahresumsatz ÷ fakturierbare Stunden aufgeht — plus Gewinnaufschlag. Als grobe Orientierung lag der Durchschnitt 2026 bei rund 103 €/h, dein individueller Wert hängt aber von Kosten, Auslastung und Branche ab.

Wie viele Stunden kann ich im Jahr abrechnen?

Realistisch 60–70 % deiner produktiven Arbeitszeit. Bei ~216 Arbeitstagen à 8 h sind das grob 1.000–1.200 fakturierbare Stunden.

Wie viel Gewinnaufschlag ist üblich?

Für Einsteiger 10–15 %, für Erfahrene 20–30 % auf den Mindest-Stundensatz.

Hinweis: Dieser Ratgeber liefert allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Steuer- und Vorsorgebeträge sind grobe Schätzwerte und je nach persönlicher Situation sehr unterschiedlich — im Zweifel Steuerberater fragen.

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